Jörgs Webnotizen

Zehnfingersystem mit Klavaro

Als ich vor einigen Monaten Probleme mit meinem Nacken hatte, dachte ich mir, dass es eine gute Idee wäre, das Zehnfingersystem zu erlernen. Dann bräuchte ich nicht mehr ständig den Kopf zwischen Tastatur und Monitor hin- und herbewegen, was den Nacken entlasten würde. Außerdem würde ich am Ende sogar schneller tippen können.

Klavaro Fenster

Zum Üben installierte ich mir den Klavaro-Tastaturschreibtrainer. Die Wahl fiel auf dieses Programm, weil es sich in den Debian-Repos befand und ich es so bequem über den Paketmanager installieren und updaten konnte.

Die Übungen sind in fünf Stufen untergliedert. In der Einführung und im Grundkurs lernt man die einzelnen Buchstaben. In der dritten Stufe „Anpassbarkeit“ geht es darum, möglichst wenig Fehler zu machen. Schafft man es, 98% der Buchstaben richtig zu tippen, gelangt man zur vierten Stufe „Geschwindigkeit“. Begonnen habe ich dort mit fünf Wörtern pro Minute, jetzt bin ich bei 25 Wörtern, Ziel ist es 50 Wörter pro Minute zu schaffen. In der fünften Stufe geht es dann um „Schreibflüssigkeit“ – für mich weniger interessant.

Zur Zeit bin ich mit dem Zehnfingersystem immer noch langsamer, als wenn ich „normal“ tippe. Das macht sich auch dadurch bemerkbar, dass ich mich beim Denken manchmal ausgebremst fühle, wenn ich mit dem Tippen nicht hinterherkomme :-? Wenn ich in Eile bin, tippe ich deswegen noch auf die herkömmliche Weise. Ich hoffe, dass ich bald in einen Bereich komme, wo das Schreiben auch mit zehn Fingern einigermaßen flüssig läuft. Es braucht schon einiges an Geduld, dorthin zu kommen :-)

Wie ich erst später erfahren habe, gibt es wohl zwei verschiedene Zehnfingersysteme, je nachdem, ob die 6 mit dem Zeigefinger der linken Hand oder mit dem Zeigefinger der rechten Hand getippt wird. Ersteres ist wohl v.a. in den USA gebräuchlich, und wird auch in der Einführung von Klavaro so gelehrt. Wenn man sich eine ergonomische Tastatur zulegen möchte, muss diese entsprechend in der Zahlenreihe geteilt sein, so dass sich die 6 auf der richtigen Seite befindet – bei europäischen Tastaturen befindet sie sich wohl meist auf der rechten Seite. Man muss sich aber nicht nach dem amerikanischen Schema in der Einführung von Klavaro richten – die folgenden Übungen funktionieren auch, wenn man die Zahlen anders eintippt.

Kommentare

Um den Nacken zu entlasten braucht man kein 10-Finger-System. Es ist nur eine Frage der Zeit bis man sein eigenes System hat. Und das ist dann meist effizienter.

Ist auch bisschen wie mit Autos habe ich gemerkt. Wenn ich eine neue Tastatur habe, schaue ich den ersten Tag unheimlich oft auf die Tastatur und nach einigen Stunden schreiben wandert der Blick immer seltener nach unten.

Grüße, der mit dem 7- oder 8- oder 9-Finger-System.

Naja, effizient war ich vorher auch schon. Aber erst mit dem Zehnfingersystem gelingt es mir, *komplett* den Blick von der Tastatur abzuwenden. Ausnahme: wenn ich Passwörter eintippe: weil ich da auf dem Monitor nicht sehe, was ich eintippe – da schaue ich dann auch beim Zehnfingersystem noch auf die Tastatur.

Ich denke, der englische Begriff Touch-Typing ist da auch etwas besser. Letztendlich geht es ja nicht darum, ob man 10 oder 8 Finger gebraucht, sondern darum, dass man sich nicht visuell sondern taktil orientiert. Möglicherweise ist das aber auch so, dass der eine das blinde Tippen von sich aus lernt, während der andere dies über ein bestimmtes System lernen muss. Ich gehöre dann wohl eher zur zweiten Gruppe :-)

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